Normalerweise gehört der Donnerstag dem Training. Doch wenn eine Anfrage aus England kommt – von der Sutton Grammar School – dann räumt man in Berghofen gerne den Platz frei und organisiert stattdessen ein Trainingsspiel über 2 x 40 Minuten.
22 Spieler auf unserer Seite – da darf man erwarten, dass zumindest einiges von dem klappt, was man sich vornimmt. Und gleichzeitig war klar: Wir wollten unseren Gästen einen würdigen Rahmen für ihren Auslandsaufenthalt bieten, damit sie zu Hause etwas zu erzählen haben. Wir hoffen, das ist uns gelungen.
Das Ergebnis von 5:2 ist dabei fast nebensächlich – wichtiger war, dass wir Trainer alle 22 Spieler jeweils 40 Minuten im Einsatz sehen konnten.
Team 1 startete zunächst mit spürbarem Respekt – oder nennen wir es höfliche Zurückhaltung. Dennoch erspielten wir uns in den ersten 20 Minuten zwei bis drei gute Möglichkeiten, ehe in der 20. Minute das verdiente 1:0 fiel. Und unsere Nummer 8 bewies: Wenn elterlicher Besuch im Publikum steht, kann man auch treffen.
Dann übernahm Team 2 – und es folgte der Gänsehautmoment des Tages: Nach 277 Tagen Verletzungspause stand Lilli erstmals wieder im Tor. Ein starkes Zeichen und ein besonderer Augenblick für die ganze Mannschaft.
Spielerisch gelang es Team 2 phasenweise, das Feld gut in die Breite zu ziehen. Aus Trainersicht hätten wir den Ball aber noch etwas länger in den eigenen Reihen halten und mit flachen Schnittstellenpässen mehr Druck erzeugen können. Dennoch ging es mit einer 2:0-Führung in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel kam Team 1 eigentlich gut aus der Kabine – bis eine Kette aus gleich vier Fehlern dem Gegner den 2:1-Anschluss ermöglichte. Die Gäste waren nun wieder hellwach. Mit einem sehenswerten Angriff durch die Mitte provozierten wir einen Foulelfmeter, der sicher zum 3:1 verwandelt wurde. Kurz darauf dann das vielleicht schönste Tor des Tages: ein wuchtiger Distanzschuss unserer Gäste aus England – ein echter Hammer.
Zum Abschluss war erneut Team 2 an der Reihe. Man merkte, dass unseren Gästen, die bereits am Vortag gespielt hatten, etwas die Kräfte schwanden. Zwei Treffer nach Eckbällen sorgten schließlich für den 5:2-Endstand – unter dem Strich verdient, aber an diesem Tag zweitrangig.
Viel wichtiger war die Atmosphäre, der sportliche Austausch und die gemeinsame Erfahrung auf dem Platz. Wir hoffen, unseren Gästen ein tolles Erlebnis geboten zu haben – und eine Einladung nach London zum Rückspiel würden wir mit Sicherheit gerne annehmen.