Wenn die B-Jugend spielt, regnet es. So langsam könnte man meinen, Petrus gehört zum festen Trainerteam der Berghofer Jungs.

Auch im zweiten Ligaspiel der Saison und erst auch im dritten Pflichtspiel gab es wieder reichlich Wasser von oben.

Nach dem Pokalsieg am Mittwoch wollte unsere B1 auch in der Liga nachlegen – und der Start hätte kaum besser sein können.
Die ersten 20 Minuten gehörten eindeutig uns. Wir waren überlegen, kombinierten gut und gingen völlig verdient mit 2:0 in Führung. Eigentlich war alles angerichtet für einen kontrollierten Nachmittag.

Doch dann kam das, was uns bereits in der vergangenen Woche beschäftigt hatte: nasser Boden, Dauerregen und der Gegner versteht es und darf aus der zweiten Reihe schießen. Das brachte unseren Torwart in eine Situation, die bei normalen Bedingungen deutlich einfacher zu lösen gewesen wäre.

So fiel der Anschlusstreffer zum 2:1 – und plötzlich verloren wir den Faden.

Dann folgte die Szene zum Ausgleich. Unser Torwart wurde bei einer Aktion aus unserer Sicht deutlich und unsanft vom gegnerischen Spieler angegangen. Der Pfiff blieb aus und aus der Situation heraus fiel das 2:2. Das brachte uns völlig aus dem Konzept.
Die Abstände wurden wieder größer, wir spielten zunehmend durch die Mitte und vernachlässigten unsere Flügel. Dabei standen dort teilweise Spieler deutlich aussichtsreicher, als immer wieder den schwierigen Steckpass durch das Zentrum zu suchen.

Die Erkenntnis ist eigentlich ganz einfach: Wir müssen lernen, einfachen Fußball zu spielen. Und die Betonung liegt auf einfach.

In der Halbzeit wurden genau diese Punkte angesprochen. Und die Mannschaft zeigte die richtige Reaktion. Nach dem Seitenwechsel kamen wir wieder dominant aus der Kabine, standen kompakter und brachten unser Spiel wieder besser auf den Platz.

Dann bekamen wir einen sehr glücklichen Elfmeter zugesprochen. Der Schiedsrichter hatte offenbar seine Entscheidung aus der ersten Halbzeit noch einmal im Kopf – wie auch immer: Die Konzessionsentscheidung war da.
3:2 für Berghofen.

Und plötzlich war das Spiel wieder auf unserer Seite. In der Folge spielten wir deutlich sicherer, teilweise auch richtig guten Fußball. Wir erarbeiteten uns weitere Chancen und hätten mit dem 4:2 frühzeitig für Ruhe sorgen können. Doch der Ball wollte einfach nicht ein weiteres Mal über die Linie.
Also hieß es: warten.
Bis zur letzten Minute.
Dann war es endlich geschafft: Kurz vor Schluß 4:2 Die ersten drei Punkte der Saison waren eingefahren.

Es war kein perfektes Spiel. Aber es war ein Spiel, aus dem die Mannschaft wieder einiges mitnehmen kann. Vor allem die Erkenntnis, dass wir uns das Leben manchmal selbst schwer machen, wenn wir vom einfachen Fußball abweichen.

Pokal gewonnen, drei Punkte geholt – und wieder einmal ziemlich nass geworden.
Vielleicht sollten wir uns langsam überlegen, ob wir statt eines Trikotsatzes nicht einfach Regenjacken bestellen.

Weiter geht’s, Berghofer Jungs!