Sonntagmorgen, 9 Uhr. Kalt, windig, regnerisch – keine idealen Bedingungen für ein Fußballspiel. Doch für die B1 von Berghofen stand der letzte Härtetest vor dem großen Highlight-Spiel gegen den ASC an. Eigentlich sollte man meinen, dass hier um Startelfplätze gekämpft wird. Doch schon beim Aufwärmen war klar: Die Einstellung stimmte nicht.
Statt konzentrierter Passübungen wurde der Ball hochgehalten – ein erstes Zeichen dafür, dass der Fokus fehlte und der Gegner unterschätzt wurde. Auch wenn in einem Testspiel Spieler Einsatzzeit bekommen, die sonst weniger spielen, muss die Grundhaltung stimmen: Jeder Einsatz zählt, jeder Ball ist wichtig – und der Sieg sollte immer das Ziel sein.
Die Warnungen vor dem Spiel wurden ignoriert. Bereits nach wenigen Minuten lag Berghofen mit 0:3 zurück. Der Gegner aus Kurl spielte einfachen, aber effektiven Fußball: Kick and Rush, lange Bälle nach vorne, körperlich präsent und schnell. Die Berghofer Defensive wirkte nervös, unkonzentriert und leistete sich individuelle Fehler – ein schwer anzuschauendes Bild.
Offensiv zeigte Berghofen zwar Moral und stellte zwischenzeitlich auf 2:3, doch zur Halbzeit stand es 2:4. In der Kabine wurde Klartext gesprochen: Abwehrarbeit beginnt nicht erst hinten, sondern auf dem ganzen Platz. Wer vorne die langen Bälle nicht verhindert, bringt die eigene Defensive unnötig unter Druck.
In der zweiten Halbzeit kämpfte sich das Team auf ein 5:5 heran, doch erneut führten unnötige Ballverluste, übertriebene Dribblings und mangelhaftes Rückverhalten zu Gegentoren. Am Ende stand ein ernüchterndes 5:7 gegen Kurl – ein Ergebnis, das vor allem auf die Einstellung zurückzuführen ist.
Mit zwei Niederlagen im Gepäck geht es nun gegen den ASC – und der wird sich freuen, einen angeschlagenen Gegner zum Fraß zu bekommen. Die Frage bleibt: Wo ist der Biss aus den starken Brackel-Spielen geblieben? Diese Frage sollte sich nicht nur der Trainer stellen.